Ängste überwinden und rein ins kalte Wasser X ich mache meinen Tauchschein #einfachmachen (Teil 1)

Wenn ich euch all meine Ängste hier aufzählen müsste, dann würde ich wohl zum Einen sehr schnell eine Einladung ins Dschungelcamp erhalten (ahh, das ist die richtige Kandidatin – mit all ihren Ängsten hätten die Zuschauer mal so richtig was zu lachen!) und zum Anderen würde das den Artikel unendlich lang machen. Deswegen erzähle ich euch heute von meiner Angst vor Wasser. Allein diese Aussage treibt vielen schon ein Schmunzler in die Backen und deswegen gehört es auch zu einer der Ängste, die ich gern zu verstecken versuchte.

Ich weiß gar nicht mehr genau, wann das angefangen hat – aber irgendwann entwickelte sich in meinem Kopf eine so starke Barriere vor Wasser, das nicht aus einem Hahn gesprudelt kommt, dass es mir irgendwann schier unmöglich war, auch nur meine Füße ins Meer oder einen See zu tauchen. Ich erinnere mich noch gut an eine Situation, in der ich gemeinsam mit meiner damals noch sehr, sehr kleinen Schwester im Meer planschte und ich auf einmal eine so große Panik bekam, dass ich hyperventilierend und fast ertrinkend damit kämpfte, irgendwie bei Bewusstsein an den Strand zu gelangen. Meine kleine Schwester, die seinerzeit aber noch nicht schwimmen konnte, ließ ich zurück. Allein und ebenfalls durch meine Hilferufe in Panik versetzt. Als fremde Menschen sie aus dem Wasser zogen und meine Eltern mich – zu Recht – anschrien, war für mich klar, dass ich ganz sicher nicht mehr in freies Gewässer gehen würde.

Bis vor ein paar Wochen zog ich diesen Plan auch durch und ging ausschließlich mit Menschen ins Wasser, die mich an die Hand nehmen und die auch bis zum Ende des Wasseraufenthaltes nicht mehr loslassen würden. Ich weiß, dass ist für einen erwachsenen Menschen nicht nur ziemlich peinlich, sondern geht anderen, die mit mir ins Wasser gehen auch ziemlich auf den Sender. Aber selbst die Tatsache an sich, dass ich eine gute Schwimmerin bin, reicht nicht aus, das ich auch wieder lebendig an Land komme. Irgendwas knallt mir dann die Synapsen durch und ich reagiere wie ein Elefant auf Speed – was zur Folge hat, dass ich so wild um mich paddele, nicht mehr vernünftig atme und nach kurzer Zeit untergehe wie ein Stein. Ihr ahnt also, ich hatte wirklich ein Problem mit Wasser…!

Anfang des Jahres hatte ich mich ja entschieden, unter dem Hashtag #einfachmachen, Dinge tatsächlich einfach zu machen. Ich wollte Ängste überwinden und Dinge einfach machen. Andere gehen zur Therapie – ich entschied mich für die Konfrontation. So kam es, dass wir uns im Juni tatsächlich in einer Bremer Tauchbasis anmeldeten, um einen Tauchschein zu machen. Ich wollte wieder ohne Probleme ins Wasser – glaubte aber bis vor kurzem nicht eine Sekunde daran, dass ich es tatsächlich schaffen könnte…
(Photocredits: Sjale)

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