Ängste überwinden und rein ins kalte Wasser X ich mache meinen Tauchschein #einfachmachen (Teil 5)

Letzte Woche wollte ich kurz vor der Tauchstunde unserem Tauchlehrer beichten, dass es bis hierhin ganz schön war, ich aber ganz sicher nicht so lebensmüde bin, und zum Tauchen in den Unisee steigen werde. Ich finde, dass es auch ein sehr schönes Hobby ist, Freibadtaucherin zu sein. Reicht doch vollkommen aus – wenn das Wetter gut ist, dann sieht man sogar dort ein paar große und sehr häufig auch dicke Fische…

Aus mir unerklärlichen Gründen, saß ich aber heute in meinem Neoprenanzug in der Tauchbasis und wartete (zitternd) darauf, dass ich das erste Mal in den See steige. Die ganze Zeit fragte ich mich, warum ich nicht einfach angerufen und abgesagt habe. Ich hätte ja nicht gleich alles über Bord (ach nein, was für ein Wortwitz) werfen müssen – erstmal nur verschieben hätte es ja auch getan. Bis ich keine Angst mehr habe oder es Winter ist und wir eh nicht mehr in den See dürfen. Hätte, hätte. Nun saß ich hier und musste dadurch. Mehrfach sagte mir der Tauchlehrer, dass es allen Schülern vor dem ersten Seetauchgang so ginge und jeder sich erstmal unwohl fühlen würde. Unwohl!? Ich fühle mich nicht unwohl! Ich habe Angst. Große Angst und außerdem ist der See eh hässlich und der stinkt! Gesagt habe ich „och, ich fühle mich doch nicht unwohl… Alles gut…!“ Und schon stand ich knietief im Wasser und zog mir die Flossen an..

Die Hand meiner Frau hielt ich beim Abstieg fest umklammert – wunderte mich aber selbst darüber, dass ich das eigentlich gar nicht musste. Ich hatte großen Spaß und paddelte mich mit meinem riesigen Flossen durch das frische Seewasser. Da war von Angst oder gar Panik nichts zu spüren. Ich hatte das Gefühl so schnell unter Wasser unterwegs zu sein, dass ich mich kurz dazu hinreißen ließ, dephinartige Bewegungen zu machen. Ich war über mich selbst erstaunt und konnte das Adrenalin, das mir durch die Adern schoss, kaum fassen. Die Hand von Katrin hatte ich mit einer solchen coolness weggefeuert, denn sie störte mich bei meiner Delphinperformance. Heute standen keinerlei Übungen auf dem Plan und so genossen wir die – leider- trübe Sicht und gleiteten eine knappe Stunde durch das Wasser. Als ich wieder aus dem Wasser steig, fing ich an zu quieken vor Freunde und erschrak mich ein bisschen vor mir selbst. Noch vor ein paar Stunden wollte ich das ganze Vorhaben canceln und mich einfach darüber freuen, dass ich „immerhin etwas“ geschafft hatte. Wie dumm ich doch war! Was für ein unfassbar geiles Erlebnis!

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Die Sicht im Unisee ist nicht gerade die Schönste…

Neben den praktischen Aufgaben im Pool und See, gehört zur Erlangung des Scheins auch auch eine theoretische Prüfung. Ein paar Stunden an Land haben wir schon hinter uns und morgen steht nun auch schon die theoretische Prüfung an. Dann habe ich auch den zweiten von drei Teilen hinter mir und der Tauchschein ist gar nicht mehr so weit entfernt. Jetzt muss ich aber noch ein wenig in das Buch schauen, sonst verkack ich das ganze Vorhaben nur, weil ich noch nicht ein einziges Mal gelernt habe, geschweige denn ins Buch geschaut hab. Aber wieso sollte ich auch – ich bin ja nicht davon ausgegangen, den Schein überhaupt tatsächlich zu machen. Jetzt will ich es aber mehr denn je. Ich habe meine Angst überwunden, tauche unwahrscheinlich gerne im See und bin mir sicher, auch die letzten Übungsaufgaben erfolgreich zu absolvieren. Bald habe ich es geschafft…

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