Arsch hoch und weitermachen x Aufgeben ist keine Option (mehr)

Ich weiß gar nicht, wann ich das letzte Mal einen Blogpost mit Herz und Leidenschaft geschrieben habe. Das ist schon einige Wochen – nein, Monate – her. In letzter Zeit ist hier sowieso sehr, sehr wenig auf Mokkaauge passiert. Die Artikel wurden immer kürzer, die Abstände wurden immer größer und man fand immer weniger Janina darin. Bis ich es dann irgendwann ganz gelassen habe.

Aber ist das fair? Ist das meinem Blog gegenüber fair? Ist es den (treuen) Lesern gegenüber fair? Ist es mir selbst gegenüber fair? Am Anfang war es mir relativ egal. Ich habe mich zurückgezogen und die WordPress-Seite gar nicht mehr gestartet. Auf Facebook war ich auch nur noch sporadisch unterwegs. Meist,  weil mal wieder irgendeiner, den ich kenne oder auch nur „mal kannte“, Geburtstag hatte. Ansonsten wollte ich weder etwas posten, noch irgendwas lesen. Ich war so satt!

Satt von Mokkaauge, satt von Memes, Hass, Angst, Klugscheißerei, satt von Mails lesen und beantworten, satt von einfach allem, was sich in der virtuellen Welt so abspielt. Ich weiß nicht, ob es so etwas gibt, aber ich hatte wohl eine Social-Media-Depression. Ich wollte einfach alles hinschmeißen – Mokkaauge sollte noch in dieser Woche offline gehen und sämtliche anderweitigen Kanäle gelöscht werden. Ich fand mich einfach in nichts mehr wieder und wusste auch nicht, wie ich wieder Fuß fassen sollte – oder wollte. Sollten doch andere über Kunst, Kultur, Musik und all den Kram berichten. Es weiß doch inzwischen ohnehin jeder besser, wie es funktioniert. Wozu braucht man da noch mich oder meinen Blog?

Aber ich mache dieses Blogding nun schon seit über 6 Jahren. In diesen Jahren habe ich immer mal wieder eine Phase gehabt, in der ich nicht weiter wusste, eine Pause brauchte, mich und Mokkaauge neu erfand, um dann doch wieder alles zu geben und Stunden, Tage und Nächte vor dem iMac zu sitzen, um das zu machen, was mir doch eigentlich so viel Spaß bringt. Aber nachdem ich abgemahnt wurde, war alles irgendwie anders. Ich hatte die Lust, die Leidenschaft und das Vertrauen von einer Sekunde auf die andere verloren. In jedem Schritt, den ich im Netz machte, war ich unsicher. Ich hatte Angst vor Hatern, ich hatte Angst vor einer weiteren Falle, in die ich tappen könnte und so kam es, dass ich mich einfach komplett zurückgezogen habe und einfach alles hinschmeißen wollte.

So viel Mimimi und Selbstmitleid X das ist nicht sexy

Als ich vergangenes Wochenende mit meinen Jungs über Mokkaauge sprach und erzählte, dass ich aufhören werde, schlug mir überraschenderweise eine Menge Unverständnis entgegen. Die Jungs wissen, dass mir mein Blog mal so viel bedeutet hat und konnten nicht verstehen, warum ich so ins Schleudern geraten bin. Aufgeben sei keine Option, sagten sie! Was soll denn jetzt passieren? Einfach aufhören und das wars dann? 6 Jahre in die Tonne treten, weil ich mal eine schwierige (längere) Phase beschreiten muss? Nur ich selbst könne dafür sorgen, dass das hier wieder ein guter Ort für mich wird. Ich muss den Arsch wieder hochkriegen, damit es wieder besser wird. Damit ich wieder Spaß an alledem habe. Das ganze Rumgeheule ist außerdem ziemlich unsexy.

Ich habe lange über diese Worte nachgedacht. Und mir fällt absolut kein Argument dagegen ein. Natürlich bin ich selbst dafür verantwortlich, wie es hier weitergeht. Natürlich kann ich die ganze virtuelle Welt dafür verantwortlich machen, dass ich kurz vor dem Scheitern stehe. Logo kann ich sagen, dass diese Agentur meine Lust zu bloggen und auch mich ein Stück weit gebrochen hat… Aber stimmt das wirklich alles so? Bin ich nicht selbst daran Schuld, wenn ich mich davon unterkriegen lasse und alles hinschmeißen will? Ist es nicht eher so, dass man an genau diesen Rückschlägen wächst? Sollte ich all das nicht zum Anlass nehmen, daraus zu lernen und weitere Fehler zu vermeiden? Ich habe auf all diese Fragen nur eine einzige Antwort: JA! Verdammte Hacke – JA!

Woher der Name Mokkaauge wirklich stammt

Die wenigsten wissen, woher der Name Mokkaauge überhaupt stammt. Die meisten denken, es sei, weil ich braune Augen habe und es deswegen damals selbst passend fand. Dem ist nicht so! Ein sehr guter Freund von mir hat mir irgendwann mal diesen Spitznamen gegeben. Er nannte mich eigentlich nie „Janina“, sondern immer „Mokkaauge“ oder „Mokka“. Leider ist dieser gute Freund vor einigen Jahren verstorben und so war für mich klar, dass mein Blog „Mokkaauge“ heißen soll. Das soll mich immer daran erinnern, woher dieser Name stammt und meinen Freund ein Stück weit lebendig halten. Deswegen waren auch bei den ersten Mokkaauge Logos immer die Buchstaben MG fett und groß geschrieben – das sind seine Initialen.

Ihr seht, ich kann Mokkaauge also gar nicht einfach so aufgeben. Das wäre meinem damaligen Freund also ebenfalls nicht fair gegenüber. Und wenn das kein Grund ist, um den Arsch endlich wieder hochzukriegen, dann wäre ich eine ganz schlechte und egoistische Person. Hier geht’s nun also endlich wieder weiter. Für mich, für euch, für MG!

In Liebe, Janina

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