Buchtipp oder Buchflopp? Fucking Good – von Nina Wagner

Wir durften das neue Buch von Nina Wagner lesen : „Fucking Good“ von Tinder, OnlineDates und wilden Nächten“. So und jetzt mal ehrlich- woran denkt ihr? Also ich hab ehrlich gesagt.. hm sagen wir an etwas anderes gedacht.. Mir war schon klar, dass es um Liebe und Sex geht. Ich habe mir es aber mehr Shades of Grey like vorgestellt. Also mehr mit einer dramatisches Liebesgeschichte dahinter. Aber nein, Nina Wagner schreibt sozusagen eine Biografie über Ihr Sexleben. Dabei nimmt Sie absolut kein Blatt vor den Mund und hat Ihre Gedanken eins zu eins aufs Papier geworfen – so wirkt es zumindest auf den Leser.

Mir gefällt die direkte Schreibweise -zugegeben, teilweise ist es schon ein bisschen krass und besonders am Anfang muss man ein bisschen schlucken. Wenn man, wie ich, es auch mal als Zuglektüre benutzt, wird man schon ab und zu rot und fühlt sich leicht ertappt, wenn man merkt wie mitgelesen wird und andere das Schmunzeln beginnen. Nina Wagner klappert nach und nach bestimmte Themen ab – von Pornos bis Selbstbefriedung, Analsex, Partnertausch und Erfahrungen mit verschiedenen Plattformen.

Nach der 1. großes Trennung ist Nina lockerer geworden und geht das Sexleben sehr offen und entspannt an. In der Zeit probiert Sie so ziemlich alles und jeden aus, wo nach Ihr gerade ist. Sie ist dabei offen und wirkt sehr authentisch beim Schreiben. Dabei teilt Sie Ihre Ansicht mit dem Leser und durch Ihre offene Art holt Sie den Leser ziemlich schnell mit ins Boot. Sie lässt einen dran teilhaben und berichtet dabei ganz nah über Ihre schlechten und positiven Erfahrungen. Dabei gibt Sie den Leser auch irgendwie Tipps. Sie begründet nämlich dabei immer was Sie mag und was nicht.

Ich denke, dass sich nur ein Bruchteil der Leser, damit identifizieren können. Ich bin mir aber ziemlich sicher, dass Nina Wagner das gar nicht so wichtig war. Man merkt sehr schnell, dass es sich hierbei um eine selbstbewusste Frau handelt. Natürlich hat auch Sie Ihre Zweifel aber sie steht zu Ihren Vorlieben und ist stolz auf Ihre ehrliche Art. Sie probiert auf eine gewisse Art dem Leser die Angst zu nehmen und zu motivieren, einfach mal das auszusprechen was man denkt und was man will.

Ich muss ehrlich sein und dazu sagen, dass mir ein kleiner Teil davon nicht so gefallen hat. Manche Stellen waren mir einfach ein bisschen zu extrem. Nennt mich spießig aber ich bin der Meinung, dass man manche Erfahrungen einfach für sich behalten sollte. Sie macht deutlich das Sex längst kein Tabu Thema mehr ist und man durch die stetige Entwicklung der Medien, wie Online Plattformen und so weiter viel schneller zum dem Teil kommt- den man eigentlich haben will.

Das spricht jetzt aber nicht für das ganze Buch. Ich muss gestehen, dass ich jetzt nicht die Superduper-Leseratte bin und sobald mich ein Buch langweilt ich es auch immer schnell zur Seite lege.Aber auch wenn ich zwischendurch ein paar wenige Tiefpunkte hatte, habe ich das Buch mit Spannung zu Ende gelesen. Das lag aber in erster Linie an der offenen und auch direkten Art von Nina. Durch die manchmal Stumpfe Art bringt Sie dem Leser zwischendurch zum lachen und erzeugt auch immer wieder Spannung im Buch.

Ein wichtiges Fazit was man mit aus dem Buch nimmt ist, dass auch wenn wir mittlerweile in einer „Social-Media World“ leben, wir dabei aber nicht die Realität vergessen dürfen. Natürlich ist es einfach sich Dates übers Internet klar zu machen- aber mal ehrlich- auf Dauer? Ist natürlich verlockender, als sich sonst vielleicht im echten Leben zum Affen zu machen. Im Web kann man eine Abfuhr schnell wegklicken und schneller ausblenden. Es kann aber so ziemlich schnell passieren, dass man den Anschluss und somit auch den Blick aufs wahre Leben verliert. So ging es auch Nina irgendwann, was Ihr am Ende des Buches bewusst wurde.

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(Mit freundlicher Unterstützung von Drömer Knaur)

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