Ein Leben auf dem Land: Fotoserie von Juan Aballe

Sprach man vor einigen Jahren noch von der unaufhaltsamen Landflucht, so kann man heute schon von einem starken Trend der Stadtflucht sprechen. Immer mehr junge Menschen zieht es raus in die Abgeschiedenheit. Ich erkenne diesen Trend auch in meinem eigenen Freundeskreis. Viele, die so in der Nähe der 30 sind, überlegen die Stadt zu verlassen und sich (zurück) aufs Dorf zu wagen. Ich weiß noch damals ganz genau, als meine Eltern Kiel verlassen hatten, um in ein kleines Dorf Nahe Bremen zu ziehen. Ich war damals in der Ausbildung und fand es unvorstellbar die Stadt zu verlassen. Nein, das wollte ich keinesfalls. Unter gar keinen Umständen wollte ich am Wochenende korntrinkend, mit den Bauern zu DJ Ötzi auf dem Dorfbumms schunkeln. Damals war das noch so meine Vorstellung von diesem „ruhigeren Leben“.

Ihr wisst, dass wir selbst seit knapp 3 Jahren in diesem Dorf, für das sich meine Eltern damals entschieden haben, wohnen. Bis heute habe ich weder zu DJ Ötzi geschunkelt, noch haue ich mir Korn hinter die Binsen. Ganz im Gegenteil. Ich liebe das Leben in unserem kleinen Dorf am Stadtrand und kann mir inzwischen nicht mehr vorstellen, zurück in die Stadt zu gehen. Ich liebe es, meinen Bäcker mit Namen zu kennen, morgens von der kleinen Katze vom Bauernhof schräg gegenüber beim Joggen ein Stück begleitet zu werden und unsere Frühstückseier vom Dorfmetzger zu holen.

So wie ich bei meinen Freunden die Stadtflucht beobachten konnte, erging es dem spanischen Fotografen Juan Aballe. Er reiste in ländliche und weniger besiedelte Regionen der ibersichen Halbinsel und portraitierte die dortigen „Aussteiger“. Herausgekommen ist die Fotostrecke „Country Fictions“, aus der wir euch hier ein paar seiner Aufnahmen zeigen:

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Okay, ganz so schlimm ist es hier in unserem Dorf nicht. Wir haben schon fließend Wasser und ein festes Dach über dem Kopf. Aber wer weiß, vielleicht wenn ich an der 40 kratze!? Romantisch finde ich die Vorstellung schon…
(via) // All Images ©Juan Aballe

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