Mokkaauge liebt… Blogland Bremen

Sandra Lachmann, der Kopf von „Blogland Bremen“ oder „Wortkonfetti„, habe ich ulkigerweise gar nicht in Bremen kennengelernt. Wir trafen uns ganz zufällig beim Canonevent in Hamburg. (Und unter uns: ihr Schuh lieferte mir das Motiv für eines meiner besten Bilder des Tages). Von da an verfolgte ich mit großer Begeisterung Sandra´s Treiben in der virtuellen Welt. Und sie macht viel. Sehr viel! Wer Sandra Lachmann ist und was sie alles (neben Familie, Freizeit und Beruf) auf die Beine stellt, erfahrt ihr in der neuen Ausgabe Mokkaauge liebt…! Und ein paar gute Tipps, was die Bremer-Auswärtsküche angeht, gibts sogar noch for free obendrauf! Gute Unterhaltung:

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Aufgenommen auf Bali

Sandra, bitte beschreibe Deinen Blog mit Deinen eigenen Worten:
Unter dem Label Blogland sammle ich Gedanken, Interviews, case studies und Erfahrungen rund um die Themen „Blogger Relations“ und „Corporate Blogging“. Er richtet sich vorrangig an all diejenigen, die wie ich in der Unternehmenskommunikation tätig sind und sich diesen Phänomenen des Web 2.0 stellen müssen oder wollen. Ich achte beim Schreiben aber sehr darauf, dass die Beiträge keine drögen trockenen Fachtexte sind, sondern lebendig und persönlich daherkommen. Der Blog soll schließlich Lust auf die Verbindung von PR und Blogosphäre machen.

Was bedeutet bloggen für Dich? 
Meine Erlebniswelten auf schnelle und kreative Weise mit anderen teilen zu können. Gibt es ein anderes Medium, das es Menschen so einfach macht, zu publizieren und damit Tausende von Lesern erreichen zu können? Nein. Für alle, die wie ich gern kommunizieren, ist das eine enorme Freiheit. Bloggen bedeutet für mich aber gleichzeitig auch ein gehöriges Stück Arbeit, obwohl ich es als reines Hobby betreibe. Der Blog von Blogland bündelt nicht allzu viel Zeit, weil ich hier nur ein bis zwei Artikel pro Monat veröffentliche. Anders sieht es mit meinem privaten Blog wortkonfetti.de aus. Und dann kommen ja noch die begleitenden Social Media-Aktivitäten bei Instagram, Facebook & Co. dazu. Neben einer 40 Stunden-Woche, Familie, Freunden und Freizeitaktivitäten nicht immer einfach. Aber die Finger davon lassen kann ich eben auch nicht.

Wie bist Du zum bloggen gekommen?
Das erste Mal so richtig aufmerksam auf die Blogosphäre geworden bin ich 2007 in Berlin, als ich Mary Scherpe kennenlernte. Sie startete damals mit dem ersten deutschen Streetstyle-Blog Stil in Berlin durch. Klar, dass ich mit Spannung verfolgt habe, was da jemand, mit dem ich sonst Sushi essen gehe, im Internet so anstellt. Mein eigener Blogging-Start hatte mit der Themenwelt Mode allerdings überhaupt nichts zu tun: 2008 hatte ich eine ziemlich grüblerische Phase und diese Gedanken flossen in Kurzgeschichte ein. Irgendwie hatte ich den Impuls, die nicht mehr nur in der Schreibtischschublade verschwinden zu lassen, sondern zum Lesen anzubieten. So entstand wortkonfetti.de. Inzwischen bloggt Mary kaum noch über Streetstyle und ich veröffentliche keine Kurzgeschichten mehr – aber beide von uns tippen noch regelmäßig das Web 2.0 voll. Mary im Gegensatz zu mir auf High Level. Für mich ist sie ist ein tolles Beispiel dafür, wie Bloggen zum Business werden kann.

Hast Du jemals daran gedacht aufzuhören?
Der Gedanke taucht schon hin und wieder auf. Wenn ich nicht weiß, wie ich die Zeit zum Bloggen freischaufeln soll. Oder wenn ich Blogs sehe, die mit der immer gleichen Art von unaufwendigen Einträgen – beispielsweise Fotos der immer gleichen Ecke in der Wohnung verbunden mit vier fünf belanglosen Zeilen – große Reichweiten erreicht. Und manchmal wenn ich einen richtig tollen Blog sehe, deren Qualität ich nicht erreichen kann. Aber ich weiß, dass viele Blogger solche Momente haben. Am Ende besinne ich mich dann wieder auf den Spaßfaktor, auf die tollen Menschen, die ich durchs Bloggen schon kennengelernt habe – und dann geht´s weiter.

Wo siehst Du Dich in 5 Jahren? 
Ich bin froh, dass ich das nicht exakt beantworten kann, denn wer zu sehr auf eine Vision fixiert ist, wird schnell blind für unerwartete Möglichkeiten rechts und links. Hauptsache es steht dann ein Strandkorb in der Nähe und mein Alltag lässt mir Zeit, mich ab und zu auch mal für ein Stündchen reinzusetzen.

Auf was kannst Du keinesfalls verzichten? 
Auf einen Heimathafen. Auf einen vertrauten Ort, an den ich und der Liebste nach Feierabend zurückkehren und wo ich in der Freizeit in vertrauter Atmosphäre die Seele baumeln lassen kann. Ich bin kein Mensch für Hotelzimmer, aus dem Koffer leben, Zweitwohnsitze und Ähnliches. Das spießige Dasein mit Haus, Garten und Kuchenbacken am Sonntag ist als Ausgleich zum trubeligen Job und schnelllebigen Internet eine Wohltat, auf die ich nicht verzichten möchte.

Wofür gibst Du das meiste Geld aus? 
Neben meinen Fixkosten? Für Essen. Ich finde es traurig, wenn Mahlzeiten aus irgendwelchen Fertiggerichten, Low Budget-Fleisch oder Discounter-Gemüse besteht. Wenn ich einkaufe, gehe ich gern auf den Markt oder kaufe im Supermarkt die etwas teureren Bioprodukte. Da ich keine leidenschaftliche Köchin bin, stille ich meinen Hunger außerdem gern im Restaurant. Für Bremen kann ich beispielsweise das neu eröffnete FINK empfehlen. Zusammen mit Kaffee und Kuchen im Lieblingscafé, frisch gepresstem Saft am Bahnhofsstand, Mittagstisch beim Vietnamesen und anderen Genussmomenten läppern sich da schon einige Euro zusammen. Aber sie sind gut investiert.

Themenfoto-Blogging

„Arbeistsituation“

An dieser Stelle möchte ich mich ganz herzlich bei Sandra für das tolle Interview und die Einblicke in ihre Gedanken und Arbeiten bedanken. Es war mir eine große Ehre sie bei „Mokkaauge liebt…“ vorstellen zu dürfen. Und nun muss ich erstmal ins „FINK“.

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