The Story of my Zahn

Privates! Mich erreichten in den letzten Tagen viele E-Mails, in denen ich gefragt wurde, ob ich eine Blogkrise habe oder im Urlaub sei. Weder noch, ihr Lieben. Wer mir auf Facebook folgt, der wird es sicherlich mitbekommen haben, aber mir wurde vergangenen Mittwoch der halbe Unterkiefer weggebombt. Naja gut, vielleicht übertreibe ich ein klitzebisschen. Aber echt nur ein bisschen….

Diagnose: Arschlochzahn
Mein Zahnarzt diagnostizierte mir schon im Sommer vergangenen Jahres, dass mein Weisheitszahn keine Lust hat, länger als nötig versteckt in meinem Kiefer zu schlummern. Und damit der Wicht auch genug Aufmerksamkeit bekommt und mir gar nicht erst einfällt, ihn zu ignorieren, wächst er sicherheitshalber quer. Früher oder später werde ich Schmerzen bekommen und die Gefahr, dass mir der Kiefer bricht, wächst auf ein sehr hohes Maß. Ehrlicherweise habe ich dem ganzen nicht so viel Bedeutung geschenkt und habe ihr ein total cooles „ja, ist schon klar!“ entgegengeworfen. Damit war ich für mich raus aus der Nummer. Wollen wir dochmal sehen, wer hier die Überhand über meinen Kiefer hat. Ganz bestimmt nicht son oller Zahn. Pfifft…

Der OP Termin steht an:
Zwei Monate später war es dann soweit. Ich wachte morgens mit einem total demolierten Gesicht auf und hatte das Gefühl, mir würde der ganze Unterkiefer am Bauchnabel hängen. Der Zahn wollte nun seine ihm zustehende Aufmerksamkeit. Und die bekam er.. Ich fuhr sofort zum Kieferchirurgen und holte mir Rat. Total entzündet, der muss dringend raus. Bäm! Man machte ein paar Röntgenaufnahmen und gab mir den nächsten freien Termin zum entfernen. Als der Tag der Entnahme nun endlich da war, saß ich auf dem Stuhl und war kurz vor der Einnahme von Valium (Because i got high, because I got highhhh – dadadapdapdabadap).
Die Chirurgin kam, nahm die Valium wieder weg und eröffnete mir, dass sie die OP heute nicht durchführen wird. Es müssen noch weitere Röntgenaufnahmen gemacht werden, da mein Zahn so ungünstig liegt, dass die Gefahr, den Gefühlsnerv zu zerstören zu groß wäre. What!? Ich heirate bald, da habe ich echt wenig Lust, dass mir meine Freundin ständig den Speichel aus dem Gesicht wischt, weil ich kein Gefühl mehr in der linken Gesichtshälfte habe. Nein, kommt gar nicht in die Tüte!

Der OP-Termin steht an / Klappe die Zweite
Es folgten also weitere Untersuchungen, Termine in Krankenhäuser, ich wurde in Röhren geschoben, bis dann endlich einen neuer Termin zur Entnahme anstand. Gleiches Spiel von vorn – ich sitze auf dem Stuhl, vor mir die Valium und die Ärztin kommt und sagt „nein, ich mach das nicht! Das ist mir zu riskant!“ Wie bitte? Und nun? Was ist hier los!? Allmählich verzweifelte ich und der Zahn machte mir enormen Druck – er wollte raus, egal wie! Ich packte also meine Sachen zusammen, schnallte mir die Röntgenbilder unter den Arm und fuhr in die Gesichts- und Kieferchirurgie in Bremen Mitte. Ich musste 1000 Einverständniserklärungen unterschreiben und sollte mir über die Risiken, die diese OP nach sich zieht, im Klaren sein. Die Wahrscheinlichkeit, dass der Gefühlsnerv beschädigt wird un der Kiefer während der OP bricht, ist enorm hoch, aber man würde sich bemühen. Ich müsste selbst aber auch aufpassen und darf 6 Wochen nach der OP keine harten Sachen essen. Klar, das krieg ich hin, selten kaue ich auf Steinen oder Holzstücken rum. Lässt sich also easy einrichten. Was ich allerdings nicht wusste ist, dass „harte Sachen“ ein relativ dehnbarer Begriff ist. So zählt für die Ärzte schon ein Brötchen, Brotkanten und all son Zeug zu „harten Sachen“.

Der OP-Termin steht an / Klappe die Dritte
Ich hatte nun endlich einen festen Termin und noch vor Weihnachten sollte der Querulant entfernt werden. Ich saß also eines Morgens mit zittrigen Händen und wippenden Beinen vor dem OP und versuchte mich und meine Glieder irgendwie unter Kontrolle zu behalten. Dann endlich wurde ich von der OP-Schwester abgeholt und es sollte nun losgehen. „Haben Sie etwas gegessen?“„Natürlich nicht!“„Etwas getrunken?“„Wie vorgegeben, vor 2 Stunden das letzte Mal!“„Was haben Sie getrunken?“„Na, wie jeden Morgen Kaffee!“„Ohne Milch?“„Selbstverständlich ohne Milch – nur Milchpulver!“ (Na Puppe, da staunst Du, was ich für ein vorbildlicher Patient bin, wa!?) „Tut mir leid, dann können wir das heute nicht machen!“ Große Augen! Ich hielt es für einen ziemlich unlustigen Scherz, was es aber nicht war. Milch gehört zur Gattung „Essen“ und deswegen ist es nicht möglich, mir die Narkose zu verpassen. Aber ich soll mich nicht ärgern, bin nicht die erste der das passiert. HALLO!? Und warum sagt einem das vorher keiner???

Der OP-Termin… Ach komm, lass gut sein
Neuen Termin gemacht, Weihnachten gefeiert, Jahreswechsel beknallt und nun war es dann letzten Mittwoch erneut soweit. Morgens hatte ich Angst, dass es wieder nichts wird und dass es was wird. Ein ganz merkwürdiger und echt nerviger Zustand. Ich wollte eigentlich nur noch, dass es endlich vorbei ist. Ich trank nichts, ich aß nichts – an mir sollte es diesmal wirklich nicht liegen. Und was soll ich sagen – es klappte diesmal tatsächlich. Nachdem ich erneut unterschreiben musste, dass ich mir über das Risiko bewusst bin, wurde mir auch schon die Narkose verabreicht und ich schlief heulend vor Angst ein….

Ein Toast in knapp 10 Minuten
Als ich wieder wach wurde, fühlte ich sofort, ob ich noch ein Gefühl in der linken Hälfte habe und fragte, ob mir eine Platte aufgrund eines Bruchs eingesetzt werden musste. Ich hab selbst nicht mehr dran geglaubt, aber es ist alles gut gegangen! Der Zahn war weg und ich unsagbar froh. Aber nun geht der ganze Post-Stress los. Ich trinke noch immer wie eine 2-jährige alles mit dem Strohhalm und esse wie eine 80-jährige kleine, weiche Häppchen. Und das dauert, sag ich euch. Für ein ungetoastetes Toast brauche ich auch heute noch knapp 10 Minuten. Damit gewinnste wirklich keine neuen Freunde…

Und ihr so?
Aber ich will mich nicht beschweren, ich bin ja froh, dass es nun endlich vorbei ist. Aber ich mag noch nicht so wirklich reden und meine Konzentrationsspanne ist auch unglaublich kurz. Deswegen war es auf Mokkaauge in den letzten Tagen auch etwas ruhiger, als ich es selbst mag. Aber es nutzt ja nunmal nichts. Wenn nicht geht, dann geht eben nicht. Ich hoffe aber, ihr habt Verständnis und bleibt mir trotzdem weiterhin treu! Aber sagt doch mal, habt ihr schon ähnliche oder ganz andere Erfahrungen gemacht? Habt ihr noch alle Zähnchen? Lasst es mich doch bitte über die Kommentarfunktion wissen – ich freue mich wirklich über jede Ablenkung!

Ps.: Eigentlich mag ich Artikel ohne Bilder nicht – aber ich habe mich aus Rücksicht entschlossen, diesen Artikel ganz ohne Bilder online zustellen. Ist doch in eurem Sinne, nicht wahr!?

  • Antworten Januar 28, 2014

    Andreas

    Ohja, Zahnarzt, den mag ich auch ganz besonders. Obwohl ich nie was zu befürchten hatte, selbst den Bohrer habe ich nur 1-2 mal zu spüren bekommen, gehe ich immer mit einem mulmigen Gefühl dort hin. Weisheitszähne habe ich auch fast alle bekommen, obwohl ich gar nicht soo weise bin ;-).

  • Antworten Januar 27, 2014

    Jens

    Uah! Mein Mitgefühl hast du… ich habe noch hinten links und hinten rechts zwei so Kandidaten… und nun ehrlich gesagt etwas Schiss. Schön aber, dass es bei dir „eigentlich“ ja gut verlaufen ist… auf das dir deine zukünftige Frau demnächst nicht den Speichel aus dem Gesicht wischen muss! Wünscht man nun gute Besserung? Gute Genesung? Schnelle Heilung… einfach alles!

    • Antworten Januar 27, 2014

      Mokkaauge

      Oh no! Angst machen wollte ich eigentlich nicht… Am Ende wird doch immer alles gut, nicht wahr!? 🙂 Danke Dir für Dein Mitgefühl – lass es mich wissen, wenn Du meins brauchst! LG

  • Antworten Januar 27, 2014

    Horst

    Gute Besserung!

    • Antworten Januar 27, 2014

      Mokkaauge

      Dankeschön!

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